Saṃyutta Nikaya 1

Von den Devatas

32. Geiz

Einstmals weilte der Erhabene in Sāvatthī, im Jetahaine, im Parke des Anāthapindika.

Da nun begaben sich in vorgeschrittener Nacht zahlreiche der Gruppe der Satullapa angehörige Devatās, mit ihrer herrlichen Schönheit den ganzen Jetahain erhellend, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, traten sie zur Seite.

Zur Seite stehend sprach dann eine Devatā zu dem Erhabenen die folgende Strophe:

„Aus Geiz und aus Nachlässigkeit, so wird keine Gabe gegeben:
Von dem, der Verdienst erstrebt, von dem kommt sie,
der die rechte Gabe kennt.“

Darauf sprach dann eine andere Devatā zu dem Erhabenen die folgende Strophe:

„Wovor bangend der Geizige nicht gibt,
das gerade ist die Gefahr für den Nichtgeber:
Hunger und Durst, wovor der Geizige sich fürchtet,
Sie treffen den Toren in dieser Welt und in der anderen.

Darum treibe man aus den Geiz und spende Gaben,
(der Habsucht) Schmutz überwindend:
Verdienstliche Werke sind in der anderen Welt
ein fester Halt für die Lebewesen.“

Darauf sprach dann eine andere Devatā zu dem Erhabenen die folgende Strophe:

„Die sind nicht tot unter den Toten die wie ein Genosse auf dem Wege
Von geringem Besitze spenden. Das ist ewiges Gesetz.
Die einen spenden von kleinem Besitz,
von reichlichem wollen andere nichts geben:
Gabe, aus kleinem Besitz gespendet, wird tausend gleich geschätzt.“

Darauf sprach dann eine andere Devatā zu dem Erhabenen die folgende Strophe:

„Denen, die geben, was schwer zu geben ist, denen,
die ein Werk tun, das schwer zu tun,
Tun die Bösen nicht nach: schwer zu befolgen ist der Guten Lehre.
Darum ist bei Guten und Bösen verschieden der Hingang aus dieser Welt:
Die Bösen gehen in die Hölle, die Guten haben den Himmel zum Ziel.“

Darauf nun sprach eine andere Devatā zu dem Erhabenen also: „Wer, Erhabener, hat nun da gut gesprochen?“—„Alle nach einander haben gut gesprochen; höret nun auch mich:

In Frömmigkeit lebt, wer Nachlese hält
Und, sein Weib erhaltend, (trotzdem) von seinem geringen (Besitze) spendet.
Hunderttausend von denen, die tausend opfern,
Sind auch nicht den sechzehnten Teil wert von einem solchen (Geber).“

Darauf nun redete eine andere Devatā den Erhabenen mit der Strophe an:

„Warum denn kommt ein reiches, großes Opfer von solchen Leuten
An Wert nicht gleich dem, was in Frömmigkeit gegeben ward?
(Warum) sind hunderttausend von denen, die tausend opfern,
Auch nicht den sechzehnten Teil wert von einem solchen (Geber)?“

Darauf nun redete der Erhabene die Devatā an mit der Strophe:

„Manche spenden, in das Böse verstrickt,
Nachdem sie geschlachtet, getötet und Schmerz verursacht haben.
Eine solche Gabe voll Tränen und voll Qual
Kommt an Wert dem nicht gleich, was in Frömmigkeit gegeben ward:
So sind hunderttausend von denen, die tausend opfern,
Auch nicht den sechzehnten Teil wert von einem solchen (Geber).“