Dvemātikāpāḷi

Das Hauptregelwerk der buddhistischen Mönche

„Verbeugung vor ihm, dem Erhabenen, Würdigen, völlig aus sich selbst Erleuchteten.“

Einleitung

Die ‚vorbereitende Arbeit‘

„Ich erlaube, ihr Mönche,

  1. die Uposathahalle zu fegen.
  2. in der Uposathahalle das Licht anzuzünden.
  3. Wasser zum Trinken und Waschen bereitzustellen.
  4. in der Uposathahalle Sitze herzurichten.“

Die ‚Voraufgabe‘

„Ich erlaube, ihr Mönche,

  1. daß ein kranker Mönch seine Zustimmung gibt.
  2. daß ein kranker Mönch eine Erklärung seiner Reinheit abgibt.
  3. daß man die Einteilung der Jahreszeit angeben soll.
  4. die Mönche zu zählen.
  5. daß man (den Nonnen) die Belehrung erteilen soll: ‚Dies, Schwestern,ist die Belehrung.‘“

Die ‚Richtige Zeit‘

  1. (Der richtige Tag): Uposathatag, und
  2. wieviele Mönche das Recht haben, an der Handlung teilzunehmen,
  3. mit gleichen Vergehen gibt es keine, und
  4. keine Personen sind anwesend, die gemieden werden sollen.

„Mit Erlaubnis des Mönchsordens, der die Vorbereitende Arbeit und die Voraufgabe vollendet hat, und Vergehen gestanden hat und sich einig ist, lade ich dazu ein, das Hauptregelwerk zu rezitieren“.

Präambel

Ehrwürdiger Herr! Möge der Orden mich anhören. Heute ist der Uposathatag am 14ten/15ten. Wenn es dem Orden scheint, daß die richtige Zeit gekommen ist, möge der Orden die Uposathahandlung durchführen, das Hauptregelwerk rezitieren.

Welches ist die Voraufgabe des Ordens? Mögen die Ehrwürdigen ihre Reinheit erklären. Ich werde das Hauptregelwerk rezitieren. Mögen wir alle, die wir hier anwesend sind, es gut anhören und aufpassen. Wer ein Vergehen begangen hat, möge es offenbaren. Wenn es kein Vergehen gibt, sollte man schweigen. Durch Ihr Schweigen werde ich verstehen, daß die Ehrwürdigen rein sind. So wie jemand, der einzeln gefragt ist, eine Antwort gibt, so auch gibt es in einer solchen Gruppe eine Ausrufungsfrage, bis zu dreimal. Welcher Mönch auch immer, während es bis zu dreimal ausgerufen wird, sich an ein vorliegendes Vergehen erinnert, und es nicht offenbart, begeht eine bewußte Lüge. Ehrwürdige, eine bewußte Lüge wurde vom Erhabenen als behindernder Umstand bezeichnet. Deshalb soll ein Mönch, der sich erinnert, ein Vergehen begangen zu haben und um Reinheit besorgt ist, jenes vorliegende Vergehen offenbaren. Ist es offenbart, wird es für ihn erleichternd sein.


Ehrwürdige, die Präambel ist rezitiert worden. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind Sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

Die Präambel: die erste Rezitation

Regelverstöße, die „zu Fall bringen“

Hier nun kommen die vier Regelverstöße, die „zu Fall bringen“ zur Rezitation.

Pārājika 1. Methunadhammasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer die Schulungs- und Lebensregeln der Mönche auf sich genommen hat und ohne sich von den Schulungsregeln losgesagt zu haben, ohne seine Schwäche offenbart zu haben, Geschlechtsverkehr ausübt, wenn auch nur mit einem weiblichen Tier, der ist zu Fall gekommen und von der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Pārājika 2. Adinnādānasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer aus dem Dorfe oder aus dem Walde, etwas Nichtgegebenes nimmt, mit der Absicht es zu stehlen, und dieses Gestohlene wäre von solchem Wert, daß die Regierungsgewalten einen Räuber verhaften und ihn entweder prügeln, fesseln oder verbannen würden: „Du bist ein Räuber, du bist ein Tor, du bist ein Idiot, du bist ein Dieb!“ – dieser Mönch, der solch etwas Nichtgegebenes nimmt, auch der ist zu Fall gekommen und von der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Pārājika 3. Manussaviggahasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer vorsätzlich ein menschliches Wesen des Lebens beraubt oder ihm eine Waffe (tauglich) zum Selbstmord) beschafft oder den Vorteil des Todes preist oder ihn zum Freitod anstachelt (in dem er auf diese Weise spricht): „Guter Mann, was ist dieses üble und elende Leben für dich? Der Tod ist besser für dich als das Leben!“ – wenn er mit solchem Gedanken und Geist, mit solchem Gedanken und Motiv, auf vielfache Weise den Vorteil des Todes preist oder ihn zum Freitod anstachelt, auch der ist zu Fall gekommen und von der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Pārājika 4. Uttarimanussadhammasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, der nichts genaues weiß, berichtet, daß ein übermenschlicher Zustand wert der Edlen Kenntnis und Einsicht in Bezug auf ihn gegenwärtig ist: „Ich kenne (diesen Zustand) so, ich sehe ihn so!“, und er später, bei einer anderen Gelegenheit – geprüft oder ungeprüft – nachdem er sich vergangen hat und nun um Reinheit besorgt ist, auf diese Weise spricht: „Freunde! Ohne zu kennen, sagte ich: ‚Ich kenne!‘; ohne zu sehen, sagte ich: ‚Ich sehe!‘ Ich redete Unsinn und Lüge!“, auch der ist – abgesehen von (Selbst-) Überschätzung – zu Fall gekommen und von der Gemeinschaft ausgeschlossen.


Ehrwürdige, die vier Regelverstöße, die „zu Fall bringen“, sind rezitiert worden. Ein Mönch, der den einen oder anderen von diesen begangen hat, gehört nicht mehr zur Gemeinschaft der Mönche. So wie er vorher war (ohne Hochordination), so ist er, nachdem er zu Fall gekommen ist: von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind Sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

Regelverstöße, die „zu Fall bringen“: die zweite Rezitation

Regelverstöße „das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens“ betreffend

Ehrwürdige, nun kommen die 13 Regelverstöße „das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens“ betreffend zur Rezitation.

Saṅghādisesa 1. Sukkavissaṭṭhisikkhā­padaṃ

Willkürlich (herbeigeführter) Samenerguß, außer während eines Traumes, {ist ein Vergehen, welches das} anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 2. Kāyasaṃsaggasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, befallen {von Begierde} und mit {von Begierde} verführten Gedanken, mit einer Frau in körperlichen Kontakt kommt, die Hände oder den (Haar-) Zopf hält, oder den einen oder anderen Körperteil anfasst, begeht ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 3. Duṭṭhullavācāsikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, befallen von Begierde und mit von Begierde verführten Gedanken, eine Frau mit unanständigen Worten umwirbt, so wie ein junger Mann eine junge Frau mit Worten umwirbt, die mit Geschlechtsverkehr zusammenhängen, begeht ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 4. Attakāmapāricariyasikkhā­padaṃ

Welcher Bettemönch auch immer, befallen von Begierde und mit von Begierde verführten Gedanken, in Gegenwart einer Frau den Vorteil der Bedienung seines eigenen Wunsches durch mit Geschlechtsverkehr zusammenhängender Rede preist: „Schwester, wenn eine Frau einem sittlichen, gutmütigen, den Reinheitswandel führenden Mann, wie ich es bin, mit diesem Geschlechtsakt dient, so ist unter allen Diensten dies der Beste!“, begeht ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 5. Sañcarittasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer als Vermittler auftritt und die Absicht eines Mannes einer Frau meldet, oder die Absicht einer Frau einem Mann, entweder zu Ehestand oder zu außerehelichem Verhältnis, wenn auch nur für einen Augenblick, begeht ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 6. Kuṭikārasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der selbst {um Baumaterial usw.} gebeten hat und eine besitzerlose Behausung für sich selbst bauen läßt, soll sie nach Maß bauen lassen. Hier ist das Maß: In der Länge zwölf Handspannen gemäß der Sugatahandspanne, in der Breite sieben innen {gemessen}. Er soll Mönche zur Festlegung des Bauplatzes dorthin bringen. Diese Mönche sollen einen Bauplatz festlegen, der ohne Störungen ist und einen Gang rundherum hat. Wenn sich ein Mönch, der selbst {um Baumaterial usw.} gebeten hat, an einem Bauplatz, der nicht ohne Störungen ist und keinen Gang rundherum hat, eine Behausung bauen läßt, oder wenn er keine Mönche zur Festlegung des Bauplatzes dorthin bringt, oder wenn er das Maß überschreitet, begeht er ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 7. Vihārakārasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der eine große Wohnstätte durch Besitzer für sich selbst bauen läßt, soll Mönche zur Festlegung des Bauplatzes dorthin bringen. Diese Mönche sollen einen Bauplatz festlegen, der ohne Störungen ist und einen Gang rundherum hat. Wenn sich ein Mönch an einem Bauplatz, der nicht ohne Störungen ist und keinen Gang rundherum hat, eine große Wohnstätte bauen läßt, oder wenn er keine Mönche zur Festlegung des Bauplatzes dorthin bringt, begeht er ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 8. Duṭṭhadosasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, böswillig, ärgerlich und mißgestimmt einen Mönch grundlos eines „zu Fall bringenden“ Regelverstoßes bezichtigt (in der Absicht): „Es wäre gut, wenn es mir gelänge, ihn auf diese Weise dazu zubringen, vom Reinheitswandel abzufallen!“, und später, bei einer anderen Gelegenheit – (der bezichtigende Mönch) geprüft oder ungeprüft – sich diese Anschuldigung als unbegründet erweist, und der Mönch die Verderbtheit eingesteht, begeht ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 9. Aññabhāgiyasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, böswillig, ärgerlich und mißgestimmt, einen Aspekt eines andersgearteten Vorfalls zum Vorwand benutzt und einen Mönch eines „zu Fall bringenden „ Regelverstoßes bezichtigt (in der Absicht): „Es wäre gut, wenn es mir gelänge, ihn auf diese Weise dazu zu bringen vom Reinheitswandel abzufallen!“, und später, bei einer anderen Gelegenheit – (der bezichtigende Mönch) geprüft oder ungeprüft – sich dieses als ein Aspekt eines vollkommen andersgearteten Vorfalls erweist, der zum Vorwand benutzt wurde und der Mönch die Verderbtheit eingesteht, begeht ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 10. Saṅghabhedasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer versucht den einigen Orden zu spalten oder ein zur Spaltung führendes Vorgehen unternimmt, aufrechterhält und darauf besteht, dieser Mönch soll von den Mönchen auf diese Weise ermahnt werden: „Ehrwürdiger! Versuchen Sie nicht den einigen Orden zu spalten oder unternehmen Sie nichts dahingehendes, erhalten Sie es nicht aufrecht und bestehen Sie nicht auf ein zur Spaltung führendes Vorgehen. Möge der Ehrwürdige einträchtig mit dem Orden zusammen leben, denn der Orden verweilt in guten Verhältnissen, wenn er sich einig ist, sich zusammen freut, nicht streitet und gemeinsam (das Pātimokkha) rezitiert“. Wenn jedoch dieser Mönch auf diese Weise von den Mönchen ermahnt, dennoch {dieses Bestreben} aufrechterhält, dann soll dieser Mönch von den Mönchen bis zu dreimal zum Aufgeben dieses {Bestrebens} aufgefordert werden. Gibt er dieses {Bestreben} auf, nachdem er bis zu dreimal aufgefordert wurde, so ist es gut. Wenn er es nicht aufgibt, begeht er ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 11. Bhedānuvattakasikkhā­padaṃ

Es könnte ein, zwei, oder drei Mönche geben, die eben dieses Mönches Anhänger und Parteigänger sind. Wenn diese so sprechen würden: „Ehrwürdige! Ermahnen Sie diesen Mönch nicht! Dieser Mönch ist ein Verkünder der Lehre, und dieser Mönch ist ein Verkünder der Verhaltensethik, und dieser Mönch spricht, nachdem er unsere Zustimmung und Billigung erlangt hat. Er kennt uns und was er spricht, das sagt uns zu!“ – dann sollen diese Mönche von den (anderen) Mönchen auf diese Weise ermahnt werden: „Ehrwürdige! Sprechen Sie nicht so. Dieser Mönch ist kein Verkünder der Lehre, und dieser Mönch ist kein Verkünder der Verhaltensethik. Mögen die Ehrwürdigen die Spaltung des Ordens auch nicht billigen. Mögen Sie einträchtig mit dem Orden zusammen leben, denn der Orden verweilt in guten Verhältnissen, wenn er sich einig ist, sich zusammenfreut, nicht streitet und gemeinsam (das Pātimokkha) rezitiert.“ Wenn jedoch diese Mönche auf diese Weise von den (anderen) Mönchen ermahnt, dennoch {diese Haltung} aufrechterhalten, dann sollen diese Mönche von den (anderen) Mönchen bis zu dreimal zum Aufgeben dieser {Haltung} aufgefordert werden. Geben sie diese {Haltung} auf, nachdem sie bis zu dreimal aufgefordert wurden, so ist es gut. Wenn sie sie nicht aufgeben, begehen sie ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 12. Dubbacasikkhā­padaṃ

Ein Mönch mag von seiner Natur her schwer zu ermahnen sein und, betreffend einer erlassenen Schulungsregel, die in der {Pātimokkha-} Rezitation enthalten ist, von den Mönchen ermahnt, sich unermahnbar zeigen: „Ehrwürdige! Sagen Sie mir nicht, was gut oder schlecht ist; auch ich werde den Ehrwürdigen nicht sagen, was gut oder schlecht ist. Mögen die Ehrwürdigen davon absehen, mich zu ermahnen“. Dieser Mönch soll von den Mönchen auf diese Weise ermahnt werden: „Möge der Ehrwürdige sich nicht unermahnbar zeigen, eher sollte er sich ermahnbar zeigen. Möge der Ehrwürdige die Mönche auf die erlassenen Schulungsregeln ermahnen, und auch die Mönche werden den Ehrwürdigen auf die erlassenen Schulungsregeln ermahnen, denn so kommt das Gefolge des Erhabenen zu Wachstum, nämlich durch gegenseitige Ermahnung und gegenseitiges Helfen (bei Vergehen).“ Wenn jedoch dieser Mönch auf diese Weise von den Mönchen ermahnt, dennoch {diese Haltung} aufrechterhält, dann soll dieser Mönch von den Mönchen bis zu dreimal zum Aufgeben dieser {Haltung} aufgefordert werden. Gibt er diese {Haltung} auf, nachdem er bis zu dreimal aufgefordert wurde, so ist es gut. Wenn er sie nicht aufgibt, begeht er ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.

Saṅghādisesa 13. Kuladūsakasikkhā­padaṃ

Es kann sein, daß ein Mönch, der von der Unterstützung eines gewissen Dorfes oder einer Marktstadt lebt, ein Verderber von Familien und von schlechtem Benehmen ist; und daß man sein schlechtes Benehmen sowohl gesehen als auch davon gehört hat; und daß man die Familien, die von ihm verdorben worden sind, sowohl gesehen als auch davon gehört hat. Dieser Mönch soll von den Mönchen auf diese Weise angesprochen werden: „Der Ehr-würdige ist ein Verderber von Familien und von schlechtem Benehmen. Man hat das schlechte Benehmen des Ehrwürdigen sowohl gesehen als auch davon gehört und die Familien, die vom Ehrwürdigen verdorben worden sind, hat man sowohl gesehen als auch davon gehört. Möge der Ehrwürdige diesen Wohnort verlassen. Ihr habt lange genug hier gelebt.“ Wenn jedoch dieser Mönch so von den Mönchen angesprochen, den Mönchen auf diese Weise antwortet: „Die Mönche sind von üblen Wünschen geleitet, die Mönche sind von Ärger geleitet, die Mönche sind von Verblendung geleitet und die Mönche sind von Angst geleitet. Wegen solch eines Vergehens verbannen sie den einen und verbannen nicht den anderen!“– dann soll dieser Mönch von den Mönchen auf diese Weise angesprochen werden: „Ehrwürdiger! Sprechen Sie nicht so. Die Mönche sind nicht von üblen Wünschen geleitet, die Mönche sind nicht von Ärger geleitet, die Mönche sind nicht von Verblendung geleitet und die Mönche sind nicht von Angst geleitet. Der Ehrwürdige ist ein Verderber von Familien und von schlechtem Benehmen. Man hat das schlechte Benehmen des Ehrwürdigen sowohl gesehen als auch davon gehört und die Familien, die vom Ehrwürdigen verdorben worden sind, hat man sowohl gesehen als auch davon gehört. Möge der Ehrwürdige diesen Wohnort verlassen. Ihr habt lange genug hier gelebt.“ Wenn jedoch dieser Mönch auf diese Weise von den Mönchen angesprochen, dennoch {diese Haltung} aufrechterhält, dann soll dieser Mönch von den Mönchen bis zu dreimal zum Aufgeben dieser {Haltung} aufgefordert werden. Gibt er diese {Haltung} auf, nachdem er bis zu dreimal aufgefordert wurde, so ist es gut. Wenn er sie nicht aufgibt, begeht er ein Vergehen, welches das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens erforderlich macht.


Ehrwürdige, die 13 Regelverstöße „das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens“ betreffend sind rezitiert worden. Neun sind beim ersten Verstoß begangen und vier nach der dritten (Aufforderung). Ein Bettemönch, der den einen oder anderen von diesen begangen hat, muß sich – selbst wenn er nicht will – einer Bewährungszeit von ebenso vielen Tagen, wie er es wissentlich verheimlicht hat, unterziehen. Dieser Mönch, der sich der Bewährungszeit unterzogen hat, muß darüber hinaus für sechs Nächte den Mönchen Ehre (Mānatta) erbieten. Der Mönch, der die Ehrerbietung vollzogen hat, soll dort, wo sich ein Ordenskapitel von zwanzig Mönchen befindet, wieder (in seine Bhikkhuprivilegien) eingesetzt werden. Wenn ein Ordenskapitel von auch nur einem weniger als zwanzig Mönchen diesen Mönch wiedereinsetzt, dann ist dieser Mönch nicht wiedereingesetzt und jene Mönche sind zu tadeln. Dies ist die hier einzuhaltende Handlungsweise. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind Sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

Vom „anfänglichen und folgenden Zusammentreten des Ordens“: die dritte Rezitation

Die „Unbestimmten“ Regelverstöße

Ehrwürdige, nun kommen die zwei „Unbestimmten“ Regelverstöße zur Rezitation.

Aniyata 1. Paṭhamaaniyatasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer heimlich mit einer Frau – er mit ihr alleine – an einem verborgenen und {für Geschlechtsverkehr} geeigneten Platz zusammensitzt und eine Laienanhängerin, deren Rede glaubwürdig ist, eben diesen (Mönch) sieht und des einen oder anderen der drei Regelverstöße beschuldigt, entweder des „zu Fall bringenden“ oder des „anfänglichen und folgenden Zusammentretens des Ordens“ oder der „Sühne“ und dieser Mönch zugibt, daß er (dort) saß, der soll entsprechend dem einen oder anderen der drei Regelverstöße behandelt werden, entweder entsprechend dem des „zu Fall bringenden“ oder dem des „anfänglichen und folgenden Zusammentretens des Ordens“ oder dem der „Sühne“ oder der Mönch soll entsprechend dem Regelverstoß behandelt werden, dessen diese Laienanhängerin, derenRede glaubwürdig ist, ihn beschuldigt. Dieser Regelverstoßist ‚unbestimmt‘.

Aniyata 2. Dutiyaaniyatasikkhā­padaṃ

Es kann jedoch sein, daß der Platz nicht verborgen und {für Geschlechtsverkehr} geeignet ist, daß er aber dazu geeignet ist, die Frau mit unanständigen Worten zu umwerben. Welcher Mönch auch immer an einem solchen Platz heimlich mit einer Frau – er mit ihr alleine – zusammensitzt und eine Laienanhängerin, deren Rede glaubwürdig ist, eben diesen (Mönch) sieht und des einen oder anderen der zwei Regelverstöße beschuldigt, entweder des „anfänglichen und folgenden Zusammentretens des Ordens“ oder der „Sühne“ und dieser Mönch zugibt, daß er (dort) saß, der soll entsprechend dem einen oder anderen der zwei Regelverstöße behandelt werden, entweder entsprechend dem des „anfänglichen und folgenden Zusammentretens des Ordens“ oder dem der „Sühne“ oder der Mönch soll entsprechend dem Regelverstoß behandelt werden, dessen diese Laienanhängerin, deren Rede glaubwürdig ist, ihm beschuldigt. Auch dieser Regelverstoß ist ‚unbestimmt‘.


Ehrwürdige, die zwei „Unbestimmten“ Regelverstöße sind rezitiert worden. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind Sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

„Unbestimmt“: die vierte Rezitation

Regelverstöße des „Aushändigens und der Sühne“

Ehrwürdige, nun kommen die 30 Regelverstöße des „Aushändigens und der Sühne“ zur Rezitation.

1. Kaṭhina

Nissaggiya Pācittiya 1. Kathinasikkhā­padaṃ

Wenn das Gewand eines Mönches fertiggestellt ist und die Kaṭhinaprivilegien aufgehoben sind, darf er ein Extragewand für höchstens zehn Tage behalten. Überschreitet er diese (Frist), muß er (das Extragewand) aushändigen und dafür sühnen

Nissaggiya Pācittiya 2. Udositasikkhā­padaṃ

Wenn das Gewand eines Mönches fertiggestellt ist und die Kaṭhinaprivilegien aufgehoben sind und dieser Mönch auch nur eine Nacht von (einem seiner) drei Gewänder abwesend ist, dann muß er (dasGewand) aushändigen und dafür sühnen – es sei denn, die Mönche geben ihm die Berechtigung (davon abwesend zu sein.)

Nissaggiya Pācittiya 3. Akālacīvarasikkhā­padaṃ

Wenn das Gewand eines Mönches fertiggestellt ist und die Kaṭhinaprivilegien aufgehoben sind und eben diesem Mönch außerhalb der (Gewand-) Zeit Gewandstoff zukommt, dann kann ihn dieser Mönch, sofern er das wünscht, entgegennehmen. Hat er ihn entgegengenommen, soll er ihn allereiligst verarbeiten. Wenn er nicht ausreichend (für ein Gewand) ist, kann dieser Mönch diesen Gewandstoff, falls Aussicht besteht das Fehlende zu vervollständigen, für höchstens einen Monat beiseite legen. Selbst wenn die Aussicht besteht (das Fehlende zu vervollständigen), legt er ihn über diese (Frist) hinaus beiseite, muß er ihn aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 4. Purāṇacīvarasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer von einer Nonne, mit der er nicht verwandt ist, sein gebrauchtes Gewand waschen, färben, oder schlagen läßt, muß es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 5. Cīvarapaṭiggahaṇasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer von der Hand einer Nonne, mit der er nicht verwandt ist, ein Gewand entgegennimmt, außer zum Tausch, muß es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 6. Aññātakaviññattisikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einen Haushälter oder eine Haushälterin, mit dem/ der er nicht verwandt ist, um ein Gewand bittet, außer bei der richtigen Gelegenheit, muß es aushändigen und dafür sühnen. Hier ist die richtige Gelegenheit: Der Mönch ist seiner {zwei oder drei} Gewänder beraubt worden oder sie sind zerstört worden. Dies ist hier die richtige Gelegenheit.

Nissaggiya Pācittiya 7. Tatuttarisikkhā­padaṃ

Wenn ein Haushälter oder eine Haushälterin eben diesen Mönch, mit dem er/ sie nicht verwandt ist, einlädt, so viele Gewänder zu nehmen wie er möchte, dann soll dieser Mönch höchstens (Stoff für) ein Unter- und/ oder ein Obergewand annehmen. Nimmt er mehr als diese/s an, muß er (die zuviel angenommenen Gewänder) aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 8. Paṭhamaupakkhaṭasikkhā­padaṃ

Es kann sein, daß ein Haushälter oder eine Haushälterin speziell für einen Mönch, mit dem er/sie nicht verwandt ist, das Geld für ein Gewand bereitstellt (in der Absicht): „Mit diesem Geld für ein Gewand, werde ich ein Gewand kaufen und den Mönch namens Soundso damit bekleiden. „Wenn dieser Mönch, ohne vorher dazu eingeladen worden zu sein, aus dem Wunsch heraus, ein besonders gutes Gewand zu erhalten, dorthin geht und auf diese Weise, betreffend des Gewandes Anordnungen trifft: „Es wäre wirklich sehr gut, mein Herr, wenn Sie mit diesem Geld für ein Gewand solch eine Art von Gewand kaufen und mich damit bekleiden!“ – dann muß er es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 9. Dutiyaupakkhaṭasikkhā­padaṃ

Es kann sein, daß zwei Haushälter oder Haushälterinnen, jeder für sich, speziell für einen Mönch, mit dem sie nicht verwandt sind, Geld für Gewänder bereitstellen (in der Absicht): „Mit diesem Geld für Gewänder, das jeder für sich bereitgestellt hat, werden wir, jeder für sich, Gewänder kaufen und den Mönch namens Soundso damit bekleiden. „Wenn dieser Mönch, ohne vorher dazu eingeladen worden zu sein, aus dem Wunsch heraus, ein besonders gutes Gewand zu erhalten, dorthin geht und auf diese Weise, betreffend des Gewandes Anordnungen trifft: „Es wäre wirklich sehr gut, meine Herren, wenn Sie mit diesem Geld für Gewänder, das jeder für sich bereitgestellt hat, solch eine Art von Gewand kaufen und eben Sie beide mich mit einem einzigen (Gewand) bekleiden!“ – dann muß er es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 10. Rājasikkhā­padaṃ

Es kann sein, daß ein König oder ein Regierungsangestellter oder ein Brāhmane (Geistlicher) oder ein Haushälter speziell für einen Mönch das Geld für ein Gewand sendet, indem er einen Boten beauftragt: „Kaufe mit diesem Geld ein Gewand und bekleide den Mönch namens Soundso damit.“ Falls dieser Bot an diesen Mönch herantritt und ihn so anspricht: „Ehrwürdiger Herr! Dieses Geld für ein Gewand ist speziell für den Ehrwürdigen gebracht worden. Möge der Ehrwürdige dieses Geld entgegen-nehmen!“ – dann soll dieser Bote von diesem Mönch so angesprochen werden: „Freund, wir (Mönche) nehmen kein Geld entgegen. Wir nehmen nur das Gewand entgegen und das nur, wenn die Zeit dazu passend ist, und nur eines, das zulässig ist.“ Wenn dieser Bote diesen Mönch fragt: „Hat der Ehrwürdige einen Helfer?“ – o Mönche, dieser Mönch soll, sofern er ein Gewand benötigt, auf diese Weise einen Klosterwärter oder einen Lainenanhänger als Helfer benennen: „Freund! Dieser ist der Helfer der Mönche.“ Wenn der Bote den Helfer angewiesen hat, an den Mönch herantritt und ihn anspricht: „Ehrwürdiger Herr! Ich habe den Helfer, den der Ehrwürdige benannt hat, angewiesen. Möge der Ehrwürdige, wenn die Zeit dazu passend ist, an ihn herantreten, er wird Euch mit einem Gewand bekleiden!“ – dann, o Mönche, soll dieser Mönch, wenn er ein Gewand benötigt, an den Helfer herantreten und ihn zwei oder dreimal nachdrücklich auf diese Weise erinnern: „Freund! Ich brauche ein Gewand“. Besorgt der (Helfer) ein Gewand, nachdem er zwei oder dreimal nachdrücklich erinnert wurde, so ist es gut. Wenn er es nicht besorgt, kann dieser (Mönch) vier-, fünf-, höchstens sechsmal {an den Helfer herantreten und} schweigend beiseite stehen bleiben, um darauf hinzuweisen. Bleibt er vier-, fünf-, höchstens sechsmal schweigend beiseite stehen, um darauf hinzuweisen, und der Helfer besorgt das Gewand, so ist es gut. Wenn er sich öfter als das bemüht und der (Helfer) das Gewand besorgt, muß der (Mönch) es aushändigen und dafür sühnen. Wenn der (Helfer) es nicht besorgt, soll der (Mönch) entweder selbst dorthin gehen, von woher ihm das Geld für das Gewand gebracht worden ist, oder einen Boten senden (mit der Nachricht): „Das Geld für ein Gewand, das Ihr, meine Herren, speziell für einen Mönch gesandt habt, hat gar keinen Nutzen für diesen Mönch gehabt. Holt Euch, meine Herren, was Euer eigen ist. Möge was Euer eigen ist nicht verloren gehen.“ Dies ist die hier einzuhaltende Handlungsweise.

Das Gewand: der erste Abschnitt

2. Kosiya

Nissaggiya Pācittiya 11. Kosiyasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich eine mit Seide vermischte Filz (-decke/ -matte) anfertigen läßt, muß sie aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 12. Suddhakāḷakasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich eine Filz (-decke/-matte) aus reiner schwarzer Ziegenwolle anfertigen läßt, muß sie aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 13. Dvebhāgasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der sich eine neue Filz (-decke/-matte) anfertigen läßt, soll zwei Teile reine schwarze Ziegenwolle nehmen, einen dritten (Teil) weiße, und einen vierten lohfarbene (braungelbe). Nimmt ein Mönch nicht zwei Teile reine schwarze Ziegenwolle, einen dritten (Teil) weiße und einen vierten lohfarbene und läßt sich eine neue Filz (-decke /-matte) anfertigen, muß er sie aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 14. Chabbassasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der sich eine neue Filz (-decke/ matte) anfertigen ließ, darf diese für sechs Jahre behalten. Unabhängig davon, ob er diese ablegt oder nicht, wenn er sich nach weniger als sechs Jahren eine andere, neue Filz (-decke/-matte) anfertigen läßt, muß er sie aushändigen und dafür sühnen – es sei denn, die Mönche geben ihm die Berechtigung (eine neue anzufertigen.)

Nissaggiya Pācittiya 15. Nisīdanasanthatasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der sich einen Filz zum Sitzen anfertigen läßt, soll von der Seite eines alten Filzes eine Sugataspanne nehmen, um ihn (den Neuen) unansehnlich zu machen. Nimmt ein Mönch keine Sugataspanne von der Seite eines alten Filzes und läßt sich einen neuen Filz anfertigen, muß er ihn aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 16. Eḷakalomasikkhā­padaṃ

Falls einem Mönch, der auf einer Landstraße entlang geht, Ziegenwolle zukommt, kann sie dieser Mönch, sofern er das wünscht, entgegennehmen. Hat er sie entgegengenommen, soll er sie, wenn kein Träger zur Verfügung steht, höchstens für drei Yojanas eigenhändig tragen. Wenn er sie, selbst wenn kein Träger zur Verfügung steht, mehr als drei Yojanas trägt, muß er sie aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 17. Eḷakalomadhovāpanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer von einer Nonne, mit der er nicht verwandt ist, Ziegenwolle waschen, färben, oder entwirren (kardieren) läßt, muß er sie aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 18. Rūpiyasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer Gold oder Silber (Geld) nimmt, den Empfang veranlaßt oder hinterlegtes annimmt, muß es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 19. Rūpiyasaṃvohārasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer mit Geld (rūpiya) verschiedene Waren erwirbt, muß (das Erworbene) aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 20. Kayavikkayasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer mit verschiedenen Gütern Tauschhandel treibt, muß sie aushändigen und dafür sühnen.

Die Seide: der zweite Abschnitt

3. Patta

Nissaggiya Pācittiya 21. Pattasikkhā­padaṃ

Eine Extraschale darf man für höchstens zehn Tage behalten. Überschreitet man diese (Frist), muß man (die Extraschale) aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 22. Ūnapañcabandhanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer eine Schale mit weniger als fünf Ausbesserungen gegen eine neue Schale auswechselt, muß sie aushändigen und dafür sühnen. Dieser Mönch soll diese (neue) Schale einer Gruppe von Mönchen aushändigen und jene Schale, die in dieser Gruppe von Mönchen am Ende übrig bleibt, soll diesem Mönch gegeben werden (mit der Ermahnung): „O Mönch, dies ist ihre Schale und Sie müssen sie behalten, bis sie zerbrochen ist.“ Dies ist die hier einzuhaltende Handlungsweise.

Nissaggiya Pācittiya 23. Bhesajjasikkhā­padaṃ

Es gibt solche Heilmittel, die kranke Mönche einnehmen dürfen, nähmlich: Butteröl (Ghī), Butter, Öl, Honig, Melasse. Wenn man diese (Heilmittel) entgegengenommen hat, darf man sie für höchstens sieben Tage aufbewahren und benutzen. Überschreitet man diese (Frist), muß man (diese Heilmittel) aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 24. Vassikasāṭikasikkhā­padaṃ

Ein Mönch kann sich im letzten Monat des Sommers nach einem Badegewand für die Regenzeit umsehen. Hat er es im letzten halben Monat des Sommers angefertigt, kann er es anziehen. Falls er sich vor dem letzten Monat des Sommers nach einem Badegewand für die Regenzeit umsieht (oder) falls er es vor dem letzten halben Monat des Sommers anfertigt und es anzieht, muß er es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 25. Cīvaraacchindanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einem Mönch persönlich ein Gewand gibt und es ihm zornig und verstimmt (wieder) abnimmt oder abnehmen läßt, muß es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 26. Suttaviññattisikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer persönlich um Faden bittet und sich von Webern daraus ein Gewand weben läßt, muß es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 27. Mahāpesakārasikkhā­padaṃ

Es kann sein, daß ein Haushälter oder eine Haushälterin speziell für einen Mönch, mit dem er/ sie nicht verwandt ist, von Webern ein Gewand weben läßt. Wenn dieser Mönch, ohne vorher dazu eingeladen worden zu sein, zu den Webern geht und auf diese Weise, betreffend des Gewandes Anordnungen trifft:“Freunde! Dieses Gewand wird speziell für mich gewebt. Macht es lang, breit und dicht. Webt es gut und die Fäden gut gestreckt, gerade geglättet und gut gezogen und gut gebürstet. Vielleicht werden wir den Herren dafür eine Kleinigkeit zukommen lassen!“ – und nachdem dieser Mönch auf diese Weise gesprochen hat, (den Webern) eine Kleinigkeit zukommen läßt, wenn auch nur ein wenig Brockenspeise, muß er (das Gewand) aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 28. Accekacīvarasikkhā­padaṃ

Zehn Tage vor dem „Dreimonats-Kattikavollmond“ mag einem Mönch ein Gewand, das aus einem dringendem Anlaß heraus gespendet wird, zukommen. Der Mönch, der diesen dringenden Anlaß erkennt, soll es entgegennehmen. Hat er es entgegengenommen, kann er es bis zur Gelegenheit de Gewandzeit beiseite legen. Wenn er es länger als diese (Frist) beiseite legt, muß er es aushändigen und dafür sühnen.

Nissaggiya Pācittiya 29. Sāsaṅkasikkhā­padaṃ

Es gibt solche Waldlagerstätten, die als gefährlich und furchterregend bekannt sind. Nachdem man die frühe Regenzeitklausur absolviert hat (upavassaŋ), kann ein Mönch, der in solch einer Lagerstätte wohnt, bis zum Kattikavollmond eines seiner drei Gewänder in einer bewohnten Gegend beiseite legen, sofern er dies so wünscht. Gibt es nun für diesen Mönch einen Grund, von jenem Gewand abwesend zu sein, so soll er für höchstens sechs Nächte davon abwesend sein. Wenn er länger als diese (Frist) abwesend ist, muß er es aushändigen und dafür sühnen – es sei denn, die Mönche geben ihm die Berechtigung dazu.

Nissaggiya Pācittiya 30. Pariṇatasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer wissentlich eine dem Orden zugedachte Gabe sich selbst aneignet, muß diese aushändigen und dafür sühnen.

Die Schale: der dritte Abschnitt


Ehrwürdige, die 30 Regelverstöße „das Aushändigen und die Sühne“ betreffend sind rezitiert worden. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind sie hierin rein? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

Die dreißig Regelverstöße „das Aushändigen und die Sühne“ betreffend sind beendet

Regelverstöße „die Sühne“ betreffend

Ehrwürdige, nun kommen die 92 Regelverstöße „die Sühne“ betreffend zur Rezitation.

1. Musāvāda

Pācittiya 1. Musāvādasikkhā­padaṃ

Bewußte Lüge muß gesühnt werden.

Pācittiya 2. Omasavādasikkhā­padaṃ

Abfällige Rede muß gesühnt werden.

Pācittiya 3. Pesuññasikkhā­padaṃ

Zwischenträgerei unter Mönchen muß gesühnt werden.

Pācittiya 4. Padasodhammasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer eine nicht-hochordinierte Person rezitieren lehrt, indem er eine Lehrrede in Zeilen einteilt und {gemeinsam mit ihr} rezitiert, muß dafür sühnen.

Pācittiya 5. Paṭhamasahaseyyasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich mit einer nicht-hoch-ordinierten Person mehr als zwei oder drei Nächte {in derselben Unterkunft} zusammen niederlegt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 6. Dutiyasahaseyyasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich mit einer Frau {in derselben Unterkunft} zusammen niederlegt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 7. Dhammadesanāsikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einer Frau die Lehre mit mehr als fünf oder sechs Worten vorträgt, ohne daß ein verständiger Mann zugegen ist, muß dafür sühnen.

Pācittiya 8. Bhūtārocanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer eine nicht-hochordinierte Person über {seinen} übermenschlichen Zustand in Kenntnis setzt, muß, wenn es der Wirklichkeit entspricht, dafür sühnen.

Pācittiya 9. Duṭṭhullārocanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer eine nicht-hochordinierte Person über eines Mönches „moralisches Vergehen“ in Kenntnis setzt, muß dafür sühnen – es sei denn, die Mönche geben ihm die Berechtigung (sie in Kenntnis zu setzen.)

Pācittiya 10. Pathavīkhaṇanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer in der Erde gräbt oder graben läßt, muß dafür sühnen.

Die Lüge: der erste Abschnitt

2. Bhūtagāma

Pācittiya 11. Bhūtagāmasikkhā­padaṃ

Beschädigung von Pflanzen, muß gesühnt werden.

Pācittiya 12. Aññavādakasikkhā­padaṃ

Ausflüchte suchen oder {durch Schweigen} Schwierigkeit machen muß gesühnt werden.

Pācittiya 13. Ujjhāpanakasikkhā­padaṃ

Verleumdung oder destruktive Kritik muß gesühnt werden.

Pācittiya 14. Paṭhamasenāsanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer ein dem Orden gehörendes Bett, Stuhl, Kissen oder Schemel unter freiem Himmel ausbreitet oder ausbreiten läßt und, wenn er abreist, es wederwegräumt noch wegräumen läßt, oder weggeht, ohnejemanden zu informieren, (daß die Möbel nicht weggeräumtwurden), muß dafür sühnen.

Pācittiya 15. Dutiyasenāsanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer innerhalb einer dem Orden gehörenden Wohnstätte, Boden- und Bettzeug ausbreitet oder ausbreiten läßt und, wenn er abreist, es weder wegräumt noch wegräumen läßt, oder weggeht, ohne jemanden zu informieren, (daß es nicht weggeräumt wurde), muß dafür sühnen.

Pācittiya 16. Anupakhajjasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer innerhalb einer dem Orden gehörenden Wohnstätte sein Lager so ausbreitet und sich darauf niederlegt, daß er einen vorher angekommenen Mönch wissentlich stört (indem er denkt): „Wem es zu eng ist, der wird weggehen!“, muß, wenn er es aus eben diesem Grund tut und aus keinem anderen, dafür sühnen.

Pācittiya 17. Nikkaḍḍhanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer zornig und verstimmt einen Mönch aus einer dem Orden gehörenden Wohnstätte hinauswirft oder hinauswerfen läßt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 18. Vehāsakuṭisikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich innerhalb einer dem Orden gehörenden Wohnstätte, auf einem Bett oder Stuhl mit abnehmbaren Füßen, die sich auf einer erhöhten Plattform befinden, hinsetzt oder hinlegt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 19. Mahallakavihārasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der eine große Wohnstätte repariert, darf nur rund um den Türrahmen, zur Türbefestigung und um die Fenster herum, (immer wieder) Mauerputz auftragen. Auf das Dach kann er zwei oder drei Reihen Deckmaterial legen, während er nicht auf Pflanzungen tritt. Wenn er mehr als dieses auflegt, selbst wenn er dabei nicht auf Pflanzungen tritt, muß er dafür sühnen.

Pācittiya 20. Sappāṇakasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer wissentlich Wasser mit lebenden Tierchen auf Gras oder Tonerde ausgießt oder ausgießen läßt, muß dafür sühnen.

Die Pflanzen: der zweite Abschnitt

3. Ovāda

Pācittiya 21. Ovādasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer die Nonnen belehrt, ohne dazu befugt zu sein, muß dafür sühnen.

Pācittiya 22. Atthaṅgatasikkhā­padaṃ

Selbst wenn ein Mönch zur (Belehrung der Nonnen) befugt ist, belehrt er die Nonnen nach Sonnenuntergang, muß er dafür sühnen.

Pācittiya 23. Bhikkhunupassayasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer ins Quartier der Nonnen geht und die Nonnen belehrt, außer zur richtigen Gelegenheit, muß dafür sühnen. Hier ist die richtige Gelegenheit: Eine Nonne ist krank. Dies ist hier die richtige Gelegenheit.

Pācittiya 24. Āmisasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, so spricht: „Aus materiellem Grund belehren die Mönche die Nonnen“, muß dafür sühnen.

Pācittiya 25. Cīvaradānasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einer Nonne, mit der er nicht verwandt ist, ein Gewand gibt, außer zum Tausch, muß dafür sühnen.

Pācittiya 26. Cīvarasibbanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer für eine Nonne, mit der er nicht verwandt ist, ein Gewand näht oder nähen läßt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 27. Saṃvidhānasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich mit einer Nonne verabredet und (mit ihr) dieselbe Landstraße entlang geht, wenn auch nur bis zum nächsten Dorf, außer zur richtigen Gelegenheit, muß dafür sühnen. Hier ist die richtige Gelegenheit: Der Weg kann nur mit einer Karawane bereist werden, (oder) ist als gefährlich und furchterregend bekannt. Dies ist hier die richtige Gelegenheit.

Pācittiya 28. Nāvābhiruhanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich mit einer Nonne verabredet und (mit ihr) dasselbe Schiff besteigt, das entweder {fluß-} aufwärts oder {fluß-} abwärts fährt, außer um {einen Fluß} zu überqueren, muß dafür sühnen.

Pācittiya 29. Paripācitasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer wissentlich eine Brockenspeise, die durch eine Nonne beschafft wurde, genießt, muß dafür sühnen – es sei denn, die Laien haben (diese Brockenspeise) vorher für ihn zubereitet.

Pācittiya 30. Rahonisajjasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer heimlich mit einer Nonne – er mit ihr alleine – zusammensitzt, muß dafür sühnen.

Die Belehrung der Nonnen: der dritte Abschnitt

4. Bhojanavaggo

Pācittiya 31. Āvasathapiṇḍasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der nicht krank ist, kann in einem öffentlichen Essensverteilungszentrum (od. Armenküche) eine Mahlzeit genießen. Wenn er mehr als das genießt, muß er dafür sühnen.

Pācittiya 32. Gaṇabhojanasikkhā­padaṃ

Das Genießen von Speise in einer Gruppe, außer zur richtigen Gelegenheit, muß gesühnt werden. Hier ist die richtige Gelegenheit: Eine Gelegenheit von Krankheit, eine Gelegenheit der Spende von Gewändern, eine Gelegenheit des Anfertigens von Gewändern, eine Gelegenheit einer langen Reise, eine Gelegenheit einer Schiffahrt, eine Gelegenheit wo zuviele sind, eine Gelegenheit einer Mahlzeit von einem Einsiedler. Dies ist hier die richtige Gelegenheit.

Pācittiya 33. Paramparabhojanasikkhā­padaṃ

Das Ersetzen {einer Essenseinladung} durch eine andere, außer zur richtigen Gelegenheit, muß gesühnt werden. Hier ist die richtige Gelegenheit: Eine Gelegenheit von Krankheit, eine Gelegenheit der Spende von Gewändern, eine Gelegenheit des Anfertigens von Gewändern. Dies ist hier die richtige Gelegenheit.

Pācittiya 34. Kāṇamātusikkhā­padaṃ

Eine Familie mag einen Mönch, der zu ihr gekommen ist, einladen, soviele Süßigkeiten oder Gebäck zu nehmen, wie er möchte. Dieser Mönch kann, sofern er das wünscht, zwei oder drei Schalen voll entgegennehmen. Wenn er mehr als dieses entgegennimmt, muß er dafür sühnen. Hat er zwei oder drei Schalen voll entgegengenommen und sie davongetragen, so soll er sie mit den (anderen) Mönchen teilen. Dies ist die hier einzuhaltende Handlungsweise.

Pācittiya 35. Paṭhamapavāraṇāsikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer Speise genossen hat, und (weitere Speiseangebote) abgelehnt hat und (dann doch) eßbare oder genießbare Speise, die nicht übrig gelassen wurde, ißt oder genießt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 36. Dutiyapavāraṇāsikkhā­padaṃ

Welcher Mönch (A) auch immer einen Mönch (B), der Speise genossen hat und (weitere) abgelehnt hat, auf diese Weise einlädt eßbare oder genießbare Speise, die nicht übrig gelassen wurde, zu nehmen: „Komm, Mönch (B), iß oder genieß!“, wissend (, daß er abgelehnt hat) und erhoffend ihm (nachher) Vorwürfe zu machen, muß (A), wenn (B) genießt, für {dieses Genießen} sühnen.

Pācittiya 37. Vikālabhojanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer zur Unzeit eßbare oder genießbare Speise ißt oder genießt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 38. Sannidhikārakasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer aufbewahrte eßbare oder genießbare Speise ißt oder genießt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 39. Paṇītabhojanasikkhā­padaṃ

Es gibt solche vorzüglichen genießbaren Speisen, nämlich: Butteröl, Butter, Öl, Honig, Melasse, Fisch, Fleisch, Milch und Quark (Yoghurt). Welcher Mönch auch immer, ohne krank zu sein, um solche vorzügliche genießbare Speisen zum eigenen Verzehr bittet und sie (dann) genießt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 40. Dantaponasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer nichtgegebene Nahrung zum Rachen bringt, außer Wasser und Zahnholz (,-bürste), muß dafür sühnen.

Die genießbare Speise: der vierte Abschnitt

5. Acelaka

Pācittiya 41. Acelakasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einem nackten Asketen, einem Wanderasketen oder einer Wanderasketin eigenhändig eßbare oder genießbare Speise gibt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 42. Uyyojanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer zu einem (anderen) Mönch sagt: „Komm Freund wir werden das Dorf oder die Marktstadt zum Brockensammeln betreten“, und ihn dann – ob er ihm etwas geben läßt oder nicht – wegschickt, (indem er spricht): „Geh‘ Freund! Sprechen oder Sitzen mit dir ist für mich nicht angenehm. Sprechen oder Sitzen ist für mich nur alleine angenehm!“, hat er es aus eben diesem Grund getan, nicht aus einem anderen, muß dafür sühnen.

Pācittiya 43. Sabhojanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer ein Ehepaar stört, indem er sich {in deren Schlafraum} setzt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 44. Rahopaṭicchannasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer heimlich mit einer Frau an einem verborgenen Platz zusammensitzt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 45. Rahonisajjasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer heimlich mit einer Frau – er mit ihr alleine – zusammensitzt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 46. Cārittasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer zu einer Mahlzeit eingeladen wurde und ohne einen anwesenden Mönch darüber zu informieren, vor oder nach der Mahlzeit (andere) Familien besucht, außer zur richtigen Gelegenheit, muß dafür sühnen. Hier ist die richtige Gelegenheit: Eine Gelegenheit der Spende von Gewändern, eine Gelegenheit des Anfertigens von Gewändern. Dies ist hier die richtige Gelegenheit.

Pācittiya 47. Mahānāmasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der nicht krank ist, kann eine Einladung für einen Bedarfsgegenstand bis zu vier Monate annehmen. Wenn er ihn, außer bei einer neuen Einladung oder einer fortdauernden Einladung, darüber hinaus an-nimmt, muß er dafür sühnen.

Pācittiya 48. Uyyuttasenāsikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer eine Armee im Feldzug ansehen geht, außer aus einem angemessenen Grund, muß dafür sühnen.

Pācittiya 49. Senāvāsasikkhā­padaṃ

Gibt es einen Grund für diesen Mönch die Armee zu besuchen, so darf dieser Mönch zwei oder drei Nächte bei der Armee verbringen. Wenn er mehr als diese Zeit (dort) verbringt, muß er dafür sühnen.

Pācittiya 50. Uyyodhikasikkhā­padaṃ

Verbringt dieser Mönch zwei oder drei Nächte bei der Armee und er geht um das Schlachtfeld, das Aufmarschgebiet, die Etappe oder die Truppen anzusehen, muß er dafür sühnen.

Der nackte Asket: der fünfte Abschnitt

6. Surāpāna

Pācittiya 51. Surāpānasikkhā­padaṃ

Das Trinken von Bier oder Wein/Alkohol muß gesühnt werden.

Pācittiya 52. Aṅgulipatodakasikkhā­padaṃ

Das Kitzeln {eines Hochordinierten} mit den Fingern muß gesühnt werden.

Pācittiya 53. Hasadhammasikkhā­padaṃ

Im Wasser Spaßmachen muß gesühnt werden.

Pācittiya 54. Anādariyasikkhā­padaṃ

Mißachtung muß gesühnt werden.

Pācittiya 55. Bhiṃsāpanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einen Mönch erschreckt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 56. Jotisikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, ohne krank zu sein, in der Hoffnung sich zu wärmen, ein Feuer entzündet oder entzünden läßt, außer bei angemessenem Grund, muß dafür sühnen.

Pācittiya 57. Nahānasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer innerhalb von weniger als einem halben Monat (mehr als einmal) badet, außer zur richtigen Gelegenheit, muß dafür sühnen. Hier ist die richtige Gelegenheit: Die letzten eineinhalb Monate des Sommers und der erste Monat der Regenzeit – somit sind diese zweieinhalb Monate eine Gelegenheit von (Sommer-) Hitze und eine Gelegenheit von Vorregenhitze138. Eine Gelegenheit von Krankheit, eine Gelegenheit von Arbeit, eine Gelegenheit einer langen Reise, eine Gelegenheit von {staubigem} Wind oder Regen. Dies ist hier die richtige Gelegenheit.

Pācittiya 58. Dubbaṇṇakaraṇasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der ein neues Gewand erhalten hat, soll es mit einer der drei Markierungsfarben markieren: blau, ocker oder schwarz. Wenn ein Mönch ein neues Gewand, ohne es mit einer der drei Markierungsfarben zu markieren, benutzt, muß er dafür sühnen.

Pācittiya 59. Vikappanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einem Mönch, einer Nonne, einer geschulten Anwärterin142, einem Einsiedlersohn, oder einer Einsiedlertochter ein (Extra-) Gewand persönlich überläßt (vikappetvā) und ohne daß es (von diesem) zurückgegeben ist, benutzt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 60. Apanidhānasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer eines Mönches Schale, Gewand, Stoff zum Sitzen, Nadelkästchen oder Gürtel versteckt oder verstecken läßt, selbst wenn er sich nur einen Spaß daraus erhofft, muß dafür sühnen.

Das Trinken von Alkohol: der sechste Abschnitt

7. Sappāṇa

Pācittiya 61. Sañciccasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer vorsätzlich ein Tier des Lebens beraubt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 62. Sappāṇakasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer Wasser, von dem er weiß, daß es lebende (Wasser-) Tierchen enthält, (zum Trinken oder Waschen) benutzt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 63. Ukkoṭanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer die Wiederaufnahme eines Streitfalls betreibt, von dem er weiß, daß er der Regel gemäß entschieden wurde, muß dafür sühnen.

Pācittiya 64. Duṭṭhullasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer das „moralische Vergehen“ eines (anderen) Mönches wissentlich verheimlicht, muß dafür sühnen.

Pācittiya 65. Ūnavīsativassasikkhā­padaṃ

Wenn ein Mönch wissentlich einer weniger als zwanzig Jahre alten Person die Hochordination verleiht, dann ist diese Person nicht hochordiniert, jene Mönche {die sie hochordinert haben} sind zu tadeln, und er {als Unterweiser} muß für diese {Verleihung} sühnen.

Pācittiya 66. Theyyasatthasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich wissentlich mit einer Karawane von Dieben (Diebesbande) verabredet und mit ihr dieselbe Landstraße entlanggeht, wenn auch nur bis zum nächsten Dorf, muß dafür sühnen.

Pācittiya 67. Saṃvidhānasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich mit einer Frau verabredet und mit ihr dieselbe Landstraße entlanggeht, wenn auch nur bis zum nächsten Dorf, muß dafür sühnen.

Pācittiya 68. Ariṭṭhasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer folgendermaßen spricht: „Ich verstehe die vom Erhabenen verkündete Lehre auf diese Weise, daß die behindernden Umstände, welche vom Erhabenen als solche bezeichnet wurden, für den sie Ausübenden nicht ausreichend zur Behinderung sind!“ − dieser Mönch soll von den Mönchen auf diese Weise ermahnt werden: „Ehrwürdiger! Sprechen Sie nicht so. Stellen Sie den Erhabenen nicht falsch dar, denn falsche Darstellung des Erhabenen ist nicht gut, weil der Erhabene so etwas nicht sagen würde. Auf vielfache Weise, Freund, wurden die behindernden Umstände vom Erhabenen als behindernd und für die sie Ausübenden ausreichend zur Behinderung bezeichnet.“ Wenn jedoch dieser Mönch auf diese Weise von den Mönchen ermahnt, dennoch {seine üble Ansicht} aufrechterhält, dann soll dieser Mönch von den Mönchen bis zu dreimal zum Aufgeben dieser {Ansicht} aufgefordert werden. Gibt er diese {Ansicht} auf, nachdem er bis zu drei-mal aufgefordert wurde, so ist es gut. Wenn er sie nicht auf-gibt, muß er dafür sühnen.

Pācittiya 69. Ukkhittasambhogasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer wissentlich mit diesem so sprechenden Mönch, dessen Fall noch nicht durch die Wiedereingliederung abgeschlossen ist, und der diese Ansicht nicht aufgegeben hat, Umgang pflegt, in Gemeinschaft mit ihm {die Uposathahandlung u. ä} durchführt oder sich mit ihm {unter einem Dach} niederlegt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 70. Kaṇṭakasikkhā­padaṃ

Wenn ein Samaṇuddesa ebenso spricht: „Ich verstehe die vom Erhabenen verkündete Lehre auf diese Weise, daß die behindernden Umstände, welche vom Erhabenen als solche bezeichnet wurden, für den sie Ausübenden nicht ausreichend zur Behinderung sind!“ − dieser Samaṇuddesa soll von den Mönchen auf diese Weise ermahnt werden: „Freund Samaṇuddesa! Sprich nicht so. Stelle den Erhabenen nicht falsch dar, denn falsche Darstellung des Erhabenen ist nicht gut, weil der Erhabene so etwas nicht sagen würde. Auf vielfache Weise, Freund Samaṇuddesa, wurden die behindernden Umstände vom Erhabenen als behindernd und für die sie Ausübenden ausreichend zur Behinderung bezeichnet.“ Wenn jedoch dieser Samaṇuddesa auf diese Weise von den Mönchen ermahnt, dennoch {seine üble Ansicht} aufrechterhält, dann soll dieser Samaṇuddesa von den Mönchen auf diese Weise angesprochen werden: „Freund Samaṇuddesa! Von heute an darf der Erhabene (von dir) nicht mehr dein Meister genannt werden und das gemeinsame Niederlegen, das für zwei oder drei Nächte die anderen Samaṇuddesas zu-sammen mit den Mönchen erhalten, dieses gibt es für dich auch nicht. Geh‘ du, Anderer, verschwinde!“ Welcher Mönch auch immer wissentlich diesen auf diese Weise ausgestoßenen Samaṇuddesa begünstigt, sich von ihm bedienen läßt, mit ihm Umgang pflegt oder sich mit ihm {unter einem Dach} niederlegt, muß dafür sühnen.

Die lebenden Tierchen: der siebte Abschnitt

8. Sahadhammika

Pācittiya 71. Sahadhammikasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer von den Mönchen betreffend einer erlassenen Schulungsregel ermahnt wird und auf diese Weise spricht: „Freunde! Ich werde mich so lange nicht in jener Schulungsregel üben, bis ich einen anderen Mönch, der erfahren und der Verhaltensethik kundig ist, danach gefragt habe!“ − muß dafür sühnen. O Mönche, ein sich schulender Mönch soll (die erlassenen Schulungsregeln) kennen, (wenn er etwas nicht versteht) soll er fragen und den Sinn erforschen. Dies ist die hier einzuhaltende Handlungsweise.

Pācittiya 72. Vilekhanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer während der Pātimokkharezitation auf diese Weise spricht: „Was soll das mit diesen winzigen und geringen Schulungsregeln, die (hier) rezitiert werden; sie führen bloß zu Gewissensbissen, Plage und Verwirrung!“ – muß für die Verächtlichmachung der Schulungsregeln sühnen.

Pācittiya 73. Mohanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, obwohl halbmonatlich das Pātimokkha rezitiert wird, auf diese Weise spricht: „Jetzt erst weiß ich, daß auch diese Regel in der Ordenssatzung überliefert ist, in der Ordenssatzung enthalten ist und halbmonatlich zur Rezitation kommt!“ – und wenn die anderen Mönche von diesem Mönch wissen: „Bereits zwei oder dreimal, wenn nicht öfter, hat sich dieser Mönch bei der Rezitation des Pātimokkha niedergelassen!“ – dann gibt es für diesen Mönch keine (Vergehens-) Milderung wegen Unwissenheit; und welches Vergehen er da auch immer begangen hat, er soll der entsprechenden Regel gemäß behandelt werden. Darüber hinaus soll ihm seine Verblendung vorgehalten werden: „Freund, das ist für Sie ein Verlust, das ist ein Schaden für Sie, daß Sie, während das Pātimokkha rezitiert wird, dessen Sinn nicht richtig mitbekommen, weil Sie nicht aufpassen.“ Wenn {ihm einmal seine} Verblendung vorgehalten wurde (idaŋ) und er versucht wieder zu täuschen (tasmiŋ mohanake), muß er dafür sühnen.

Pācittiya 74. Pahārasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einem Mönch zornig und verstimmt einen Schlag versetzt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 75. Talasattikasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer zornig und verstimmt gegen einen Mönch die Handfläche zum Schlag erhebt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 76. Amūlakasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einen Bettemönch grundlos eines Saṅghādisesavergehens bezichtigt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 77. Sañciccasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer in einem Mönch vorsätzlich Gewissensbisse erweckt (in der Absicht): „Damit wird es für ihn eine Weile unbequem sein!“, muß, wenn er es aus eben diesem Grund tut und aus keinem anderen, dafür sühnen.

Pācittiya 78. Upassutisikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich Mönchen, die am Schimpfen und Zanken sind und in Wortstreit geraten sind, lauschend zugesellt (in der Absicht): „Ich werde mir anhören, was sie sagen werden!“, muß, wenn er es aus eben diesem Grund tut und aus keinem anderen, dafür sühnen.

Pācittiya 79. Kammappaṭibāhanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer zu Verfahren {Vinyakammas}, die der Regel gemäß durchgeführt werden, seine Zustimmung gibt und hinterher (an diesen Verfahren) Kritik übt, muß dafür sühnen.

Pācittiya 80. Chandaṃadatvāgamanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, während in einer Ordensversammlung ein Gespräch zum Zwecke eines Urteils stattfindet, sich, ohne seine Zustimmung gegeben zu haben, vom Sitz erhebt und weggeht, muß dafür sühnen.

Pācittiya 81. Dubbalasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, zusammen mit einem darin einigen Orden, ein Gewand {einem Mönch} gibt und hinterher daran Kritik übt: „Aufgrund freundschaftlicher Beziehungen verteilen die Mönche die dem Orden gespendeten Gaben!“, muß dafür sühnen.

Pācittiya 82. Pariṇāmanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer wissentlich eine dem Orden zugedachte Gabe einer Person zueignet, muß dafür sühnen.

Die erlassene Schulungsregel: der achte Abschnitt

9. Ratana

Pācittiya 83. Antepurasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, ohne sich angemeldet zu haben, die Schwelle {zum Schlafgemach} eines adligen, kopfgesalbten Königs überschreitet, während der König und/ oder die Königin noch nicht {aus dem Schlafgemach} herausgetreten ist, muß dafür sühnen.

Pācittiya 84. Ratanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer einen Wertgegenstand oder was für einen Wertgegenstand gehalten wird, nimmt oder nehmen läßt, außer innerhalb eines Kloster (-geländes) oder innerhalb eines Wohnsitzes, muß dafür sühnen. Ein Mönch soll einen Wertgegenstand oder was für einen Wertgegenstand gehalten wird, innerhalb eines Kloster (-geländes) oder innerhalb eines Wohnsitzes nehmen oder ihn nehmen lassen und zur Seite legen (in der Absicht): „Wem er gehört, der wird ihn abholen.“ Dies ist die hier einzuhaltende Handlungsweise.

Pācittiya 85. Vikālagāmappavesanasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, ohne einen anwesenden Mönch darüber zu informieren, zur Unzeit ein Dorf betritt, außer um eine angemessene, dringend nötige Angelegenheit zu erledigen, muß dafür sühnen.

Pācittiya 86. Sūcigharasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich ein aus Knochen, Elfenbein oder Horn bestehendes Nadelkästchen anfertigen läßt, muß es zerbrechen und für (die Anfertigung) sühnen.

Pācittiya 87. Mañcapīṭhasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der sich ein neues Bett oder einen Stuhl anfertigen läßt, soll diese gemäß des Sugatafingers, mit acht Finger hohen Beinen anfertigen, den untersten Rand des Rahmens nicht eingerechnet. Überschreitet er dieses (Maß), muß er (die Möbelbeine auf das richtige Maß) kürzen und für (die Überschreitung des Maßes) sühnen.

Pācittiya 88. Tūlonaddhasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer sich ein Bett oder einen Stuhl mit Baumwolle polstern läßt, muß diese entfernen und für (die Polsterung) sühnen.

Pācittiya 89. Nisīdanasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der sich einen Stoff zum Sitzen anfertigen läßt, soll ihn nach Maß anfertigen. Hier ist das Maß: In der Länge zwei Handspannen, gemäß der Sugatahandspanne, in der Breite anderthalb und die Einfassung eine Handspanne. Überschreitet er dieses (Maß), muß er (den Stoff auf das richtige Maß) kürzen und für (die Überschreitung des Maßes) sühnen.

Pācittiya 90. Kaṇḍuppaṭicchādisikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der sich ein Tuch zum Bedecken von Krätze anfertigen läßt, soll es nach Maß anfertigen. Hier ist das Maß: In der Länge vier Handspannen, gemäß der Sugatahandspanne, in der Breite zwei Handspannen. Überschreitet er dieses (Maß), muß er (das Tuch auf das richtige Maß) kürzen und für (die Überschreitung des Maßes) sühnen.

Pācittiya 91. Vassikasāṭikasikkhā­padaṃ

Ein Mönch, der sich ein Badegewand fiir die Regenzeit anfertigen läßt, soll es nach Maß anfertigen. Hier ist das Maß: In der Länge sechs Handspannen, gemäß der Sugatahandspanne, in der Breite zweieinhalb. Überschreitet er dieses (Maß), muß er (das Badegewand auf das richtige Maß) kürzen und für (die Überschreitung des Maßes) sühnen.

Pācittiya 92. Nandasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer, sich ein Gewand nach Maß des Sugatagewandes oder größer anfertigen läßt, muß es (auf das richtige Maß) kürzen und für (die Anfertigung) sühnen. Hier ist das Maß des Sugatagewandes eines Sugata: In der Länge neun Handspannen, gemäß der Sugatahandspanne, in der Breite sechs Handspannen. Dies ist das Maß des Sugatagewandes eines Sugata.

Der Wertgegenstand: der neunte Abschnitt


Ehrwürdige, die 92 Regelverstöße die ‚Sühne‘ betreffendsind rezitiert worden. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind Sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

Die Regelverstöße „die Sühne“ betreffend sind beendet

Regelverstöße, die „auf bestimmte Weise gestanden werden sollen“

Ehrwürdige, nun kommen die vier Regelverstöße, die „auf bestimmte Weise gestanden werden sollen“ zur Rezitation.

Pāṭidesanīya 1. Paṭhamapāṭidesanīyasikkhā­padaṃ

Welcher Mönch auch immer von der Hand einer Nonne, mit der er nicht verwandt ist und die eine bewohnte Gegend betreten hat, eßbare oder genießbare Speise eigenhändig entgegennimmt und sie ißt oder genießt, soll es auf diese Weise gestehen: „Etwas Tadelnswertes, Freunde, habe ich begangen, das nicht zuträglich ist und auf diese Weise gestanden werden soll. Dies gestehe ich.“

Pāṭidesanīya 2. Dutiyapāṭidesanīyasikkhā­padaṃ

Mönche mögen zu Familien eingeladen worden sein und Speise genießen. Wenn da irgendeine Nonne steht und parteiisch Anordnungen gibt: „Geben Sie hierher gewürzte Hülsenfrüchte, geben Sie hierher gekochten Reis!“ – dann sollen jene Mönche diese Nonne auf diese Weise wegschicken: „Gehe zur Seite, Schwester, solange die Mönche Speise genießen!“ Wenn auch nicht einer der Mönche diese Nonne auf diese Weise zum Weggehen auffordert: „Gehe zur Seite, Schwester, solange die Mönche Speise genießen!“ – dann sollen diese Mönche es auf diese Weise gestehen: „Etwas Tadelnswertes, Freunde, haben wir begangen, das nicht zuträglich ist und auf diese Weise gestanden werden soll. Dies gestehen wir.“

Pāṭidesanīya 3. Tatiyapāṭidesanīyasikkhā­padaṃ

Es gibt solche Familien, welche zu ‚Schulungstüchtigen‘, ernannt worden sind. Welcher Mönch auch immer von solchen zu ‚Schulungstüchtigen‘ ernannten Familien, ohne vorher eingeladen worden zu sein {bzw.} ohne krank zu sein, eßbare oder genießbare Speise eigenhändig entgegennimmt und sie ißt oder genießt, soll es auf diese Weise gestehen: „Etwas Tadelnswertes, Freunde, habe ich begangen, das nicht zuträglich ist und auf diese Weise gestanden werden soll. Dies gestehe ich.“

Pāṭidesanīya 4. Catutthapāṭidesanīyasikkhā­padaṃ

Es gibt solche Waldlagerstätten, die als gefährlich und furchterregend bekannt sind. Welcher Mönch auch immer in solchen Lagerstätten lebt und ohne vorher {die Spender über die Gefahr} zu informieren, {von Spendern dorthin gebrachte} eßbare oder genießbare Speise innerhalb des Klosters eigenhändig entgegennimmt und sie, ohne krank zu sein, ißt oder genießt, soll es auf diese Weise gestehen: „Etwas Tadelnswertes, Freunde, habe ich begangen, das nicht zuträglich ist und auf diese Weise gestanden werden soll. Dies gestehe ich.“


Ehrwürdige, die vier Regelverstöße, die „auf bestimmte Weise gestanden werden sollen“, sind rezitiert worden. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind Sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind Sie hierin rein ? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

Die Regelverstöße, die „auf bestimmte Weise gestanden werden sollen“, sind beendet

Regeln, „in denen man sich schulen soll“

Ehrwürdige, nun kommen die Regeln, „in denen man sich schulen soll“ zur Rezitation.

1. Parimaṇḍala

Sekhiya 1. Parimaṇḍalasikkhā­padaṃ

„Ich werde (das Untergewand) rundherum anziehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 2.

„Ich werde (das Obergewand) rundherum anlegen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 3. Suppaṭicchannasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegendgut bedeckt gehen,“ ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 4.

„Ich werde in bewohnter Gegend gut bedeckt sitzen,“ ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 5. Susaṃvutasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend selbstbeherrscht gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 6.

„Ich werde in bewohnter Gegend selbstbeherrscht sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 7. Okkhittacakkhusikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend mit niedergeschlagenen Augen gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 8.

„Ich werde in bewohnter Gegend mit niedergeschlagenen Augen sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 9. Ukkhittakasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit hochgezogenem Gewand gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 10.

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit hochgezogenem Gewand sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Rundherum: der erste Abschnitt

2. Ujjagghika

Sekhiya 11. Ujjagghikasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht laut lachend herumgehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 12.

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht laut lachend sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 13. Uccasaddasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend leise sprechend gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 14.

„Ich werde in bewohnter Gegend leise sprechend sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 15. Kāyappacālakasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit schwenkendem Körper gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 16.

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit wiegendem Körper sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 17. Bāhuppacālakasikkhā­padaṃ

Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit wingendem Armen gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 18.

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit wingendem Armen sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 19. Sīsappacālakasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit wiegendem Kopf gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 20.

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit wiegendem Kopf sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Das laute Lachen: der zweite Abschnitt

3. Khambhakata

Sekhiya 21. Khambhakatasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit in die Seite gestemmten Armen gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 22.

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit in die Seite gestemmten Armen sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 23. Oguṇṭhitasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit verhülltem Kopf gehen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 24.

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit verhülltem Kopf sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 25. Ukkuṭikasikkhā­padaṃ

„Ich werde mich in bewohnter Gegend nicht in der Hocke fortbewegen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 26. Pallatthikasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend nicht mit umfaßten Knien sitzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 27. Sakkaccapaṭiggahaṇasikkhā­padaṃ

„Ich werde die Brockenspeise mit Würde entgegennehmen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 28. Pattasaññīpaṭiggahaṇasikkhā­padaṃ

„Ich werde die Brockenspeise mit auf die Schale gerichteter Aufmerksamkeit entgegennehmen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 29. Samasūpakapaṭiggahaṇasikkhā­padaṃ

„Ich werde gewürzte Hülsenfrüchte höchstens (zu einem Viertel) der Menge des Reises entgegennehmen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 30. Samatittikasikkhā­padaṃ

„Ich werde die Brockenspeise höchstens bis zum Rand der Schale entgegennehmen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

In die Seite gestemmte Arme: der dritte Abschnitt

4. Sakkacca

Sekhiya 31. Sakkaccabhuñjanasikkhā­padaṃ

„Ich werde die Brockenspeise mit Würde genießen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 32. Pattasaññībhuñjanasikkhā­padaṃ

„Ich werde die Brockenspeise mit auf die Schale gerichteter Aufmerksamkeit genießen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 33. Sapadānasikkhā­padaṃ

„Ich werde die Brockenspeise aufeinanderfolgend (nicht auswählend) genießen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 34. Samasūpakasikkhā­padaṃ

„Ich werde gewürzte Hülsenfrüchte höchstens (zu einem Viertel) der Menge des Reises genießen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 35. Nathūpakatasikkhā­padaṃ

„Ich werde die Brockenspeise nicht in der Mitte (der Schale) zusammendrücken und genießen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 36. Odanappaṭicchādanasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht gewürzte Hülsenfrüchte oder Gemüse, aus dem Wunsch heraus mehr zu erhalten, mit gekochtem Reis bedecken“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 37. Sūpodanaviññattisikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht um gewürzte Hülsenfrüchte oder gekochten Reis für mich selbst bitten und sie genießen, wenn ich nicht krank bin“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 38. Ujjhānasaññīsikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht in der Absicht herumzumäkeln in die Schale anderer (Mönche) schauen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 39. Kabaḷasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht einen sehr großen Bissen formen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 40. Ālopasikkhā­padaṃ

„Ich werde einen runden Bissen formen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Mit Würde: der vierte Abschnitt

5. Kabaḷa

Sekhiya 41. Anāhaṭasikkhā­padaṃ

„Ich werde den Mund nicht öffnen, wenn ich den Bissen noch nicht davor gebracht habe“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 42. Bhuñjamānasikkhā­padaṃ

„Ich werde beim Genießen (von Brockenspeise) nicht die Hand (-Finger) in den Mund stecken“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 43. Sakabaḷasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht sprechen, wenn ich einen Bissen im Mund habe“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 44. Piṇḍukkhepakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen, indem ich Brocken hoch oder in den Mund werfe“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 45. Kabaḷāvacchedakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen, indem ich einen Bissen abbeiße“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 46. Avagaṇḍakārakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen, indem ich die Wangen vollstopfe“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 47. Hatthaniddhunakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen und dabei die Hand schütteln“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 48. Sitthāvakārakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen und dabei Reiskörner verstreuen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 49. Jivhānicchārakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen und dabei die Zunge herausstrecken“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 50. Capucapukārakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen und dabei schmatzen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Der Bissen: der fünfte Abschnitt

6. Surusuru

Sekhiya 51. Surusurukārakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen und dabei schlürfen“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 52. Hatthanillehakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen und mir dabei die Hand ablecken“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 53. Pattanillehakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen und dabei die Schale auslecken“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 54. Oṭṭhanillehakasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht (die Brockenspeise) genießen und mir dabei die Lippen ablecken“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 55. Sāmisasikkhā­padaṃ

„Ich werde kein Trinkgefäß (entgegen-) nehmen, wenn meine Hand mit Essen beschmiert ist“, ist eine Schulungsregel die befolgt werden soll.

Sekhiya 56. Sasitthakasikkhā­padaṃ

„Ich werde in bewohnter Gegend kein Schalenspülwasser, das Reiskörner enthält, wegschütten“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 57. Chattapāṇisikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er einen Regenschirm in der Hand hält und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 58. Daṇḍapāṇisikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er einen Stock in der Hand hält und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 59. Satthapāṇisikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er eine Hiebwaffe in der Hand hält und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 60. Āvudhapāṇisikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er eine Schußwaffe in der Hand hält und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Das Schlürfen: der sechste Abschnitt

7. Pāduka

Sekhiya 61. Pādukasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er Schuhe trägt und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 62. Upāhanasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er Pantoffeln trägt und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 63. Yānasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er sich auf oder in einem Fahrzeug befindet und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 64. Sayanasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehne vortragen, wenn er sich niedergelegt hat und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 65. Pallatthikasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er die Knie umfaßt und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 66. Veṭhitasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er eine Kopfbedeckung trägt und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 67. Oguṇṭhitasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn er Kopf {und Schultern} verhüllt hat und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 68. Chamāsikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn ich auf dem Boden sitze, er aber auf einer Sitzgelegenheit sitzt und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 69. Nīcāsanasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn ich auf einer niedrigen Sitzgelegenheit sitze, er aber auf einer hohen sitzt und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 70. Ṭhitasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, während ich stehe, er aber sitzt und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 71. Pacchatogamanasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn ich hinter ihm gehe, er aber vor mir geht und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 72. Uppathenagamanasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht jemandem die Lehre vortragen, wenn ich auf dem Nebenweg gehe, er aber auf dem Hauptweg geht und nicht krank ist“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 73. Ṭhitouccārasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht stehend Kot absetzen oder urinieren, wenn ich nicht krank bin“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 74. Hariteuccārasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht auf Grünes Kot absetzen, urinieren oder spucken, wenn ich nicht krank bin“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Sekhiya 75. Udakeuccārasikkhā­padaṃ

„Ich werde nicht in Wasser Kot absetzen, urinieren oder spucken, wenn ich nicht krank bin“, ist eine Schulungsregel, die befolgt werden soll.

Die Schuhe: der siebte Abschnitt


Ehrwürdige, die Regeln, „in denen man sich schulen soll“,sind rezitiert worden. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind Sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

Die Regeln, „in denen man sich schulen soll“, sind beendet

Regeln zur „Beilegung der Streitigkeiten“

Ehrwürdige, nun kommen die sieben Regeln zur „Beilegung der Streitigkeiten“ zur Rezitation.

Für die Beilegung und Beruhigung der, wann auch immer auftretenden Streitigkeiten soll man:

Adhikaraṇasamatha 1

in Gegenwart (des Ordens, des Bezichtigten und des Bezichtigenden)ein Urteil gemäß der Verhaltensethik fällen.

Adhikaraṇasamatha 2

den (Bezichtigten) sich daran erinnern lassen und danach das Urteil gemäß der Verhaltensethik fällen.

Adhikaraṇasamatha 3

wenn jemand geistig verwirrt war, ihn gemäß der Verhaltensethik dazu erklären.

Adhikaraṇasamatha 4

ein Eingeständnis (des Bezichtigten) herbeizuführen versuchen.

Adhikaraṇasamatha 5

(eine Abstimmung herbeiführen und) der Entscheidung der Mehrheit folgen.

Adhikaraṇasamatha 6

(ein Vinayaverfahren) insbesondere gegen den, der von äußerst schlechter Wesensart ist, ausführen lassen.

Adhikaraṇasamatha 7

Gras darüber wachsen lassen.


Ehrwürdige, die sieben Regeln zur „Beilegung der Streitigkeiten“ sind rezitiert worden. Hier nun frage ich die Ehrwürdigen: Sind Sie hierin rein? Zum zweiten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Zum dritten Male frage ich: Sind Sie hierin rein? Die Ehrwürdigen sind hierin rein, deshalb schweigen sie. So fasse ich es auf.

Die Regeln zur „Beilegung der Streitigkeiten“ sind beendet

Abschluss

Ehrwürdige, die Präambel ist rezitiert worden. Die vier Regelverstöße, die „zu Fall bringen“, sind rezitiert worden. Die 13 Regelverstöße „das anfängliche und folgende Zusammentreten des Ordens“ betreffend sind rezitiert worden. Die zwei „Unbestimmten“ Regelverstöße sind rezitiert worden. Die 30 Regelverstöße, „das Aushändigen und die Sühne“ betreffend, sind rezitiert worden. Die 92 Regelverstöße, „die Sühne“ betreffend, sind rezitiert worden. Die vier Regelverstöße, die „auf bestimmte Weise gestandenwerden sollen“, sind rezitiert worden. Die Regeln, „in denen man sich schulen soll“, sind rezitiert worden. Die sieben Regeln „zur Beilegung der Streitigkeiten“ sind rezitiert worden.

Das Hauptregelwerk der buddhistischen Mönche ist beendet